Zeittafel III

Von der selbständigen Gemeinde bis zum Ende des Ersten Weltkriegs

1849
Marchtrenk wird politische Gemeinde

Im Zuge der Ablösung der Grundherrschaften wird ein neues Verwaltungssystem installiert, das weitgehend so ist, wie wir es heute kennen. Die Gemeinden erhalten einen Bürgermeister und einen Gemeinderat. Die Gemeinderatsprotokolle ab 1849 liegen im Historischen Archiv der Stadt Marchtrenk auf.

1851
Beginn der Industrialisierung

Fabrik für Leinenbleiche und Appretur bei der Obermühle (heute Fabrik Becker) errichtet.

1854
Dampflokbetrieb auf der Pferdeeisenbahnstrecke

Eine Lok heißt Marchtrenk.

1860
Eröffnung der Kaiserin – Elisabeth -Westbahn

Die Eröffnung der KEB führt zur Einstellung der Pferdeeisenbahn.

1865
Installation einer Poststelle

Das Postamt Wels errichtet am Bahnhof Marchtrenk eine Poststelle.

1866
Errichtung der Schafwoll- und Deckenfabrik (spätere Walter-Fabrik)
1868
Einrichtung des Standesamtes
1870
Das erste Gemeindeamt

stand am Platz der heutigen Linzer Straße 7.

1872
Eröffnung der “Neuen Volksschule”

im Gebäude des Gemeindeamts (heute Linzer Straße 9).

Familie Becker übernimmt Fabrik für Leinenbleiche und Appretur (ehem. Obermühle) Ausbau zur Schafwollspinnerei, heute Fa. Ernst Becker&Sohn, Spinnerei KG

1885
Ein Erdbeben in Marchtrenk.
1890
Volkszählung

1699 Einwohner, 1384 Katholiken, 315 Protestanten

1891
Metallwarenfabrik Schopf

Errichtung der Metallwarenfabrik Schopf in Au, 1931 stillgelegt.

1892/93
Bau der Traunbrücke und des Mauthauses

unter Bürgermeister Ernst Becker durch einen Brückenbauverein von Marchtrenker und Weißkirchner Bürgern.

Siehe auch: Rettung des Mauthauses

1894
Gründung der freiwilligen Feuerwehr Marchtrenk
1899
Errichtung einer Posttelegraphenstation
1901
Errichtung des Gendarmeriepostens
1905
Postamt

im heutigen Haus Welser Straße 5.

1905
Gründung des Vorschusskassenvereins

Der Vorläufer der Raiffeisenbank.

1909
Errichtung einer Telefonstelle
1909
Erste Frau im Gemeinderat

Frau Zauner

1913
Aufnahme des Sanitätsdienstes durch die Feuerwehr
1914
Automobilwettfahrt: Neubau – Marchtrenk

70 Teilnehmer, 15 Gendarmen.
Fabrikant Ernst Becker ist der erste Autobesitzer von Marchtrenk.

1914 -18
K u.k Kriegsgefangenlager in Marchtrenk

Baubeginn: November 1914, zu Silvester ziehen die ersten gefangenen Russen ins Lager. Es wird bis zu einer Beleggröße von 50.000 Gefangen ausgebaut. Rund 34.000 ist die Höchstbelegzahl. Angeschlossen ist auch ein 1000 Betten Lagerspital. Über 1600 Soldaten versterben im Lager und sind am heutigen Kriegerfriedhof bestattet.

Wir verweisen auf das Buch “Das k.u.k. Kriegsgefangenenlager 1914-18 und der Kriegerfriedhof in Marchtrenk” von DI Erwin Prillinger. Es ist  im Stadtamt Marchtrenk zum Preis von €  15,00 erhältlich.

1915/16
Bau des Wasserturms

zur Versorgung des Kriegsgefangenenlagers mit Trinkwasser.

Siehe auch: Sanierung des Wasserturms

1918
Auflösung des Kriegsgefangenlagers

November 1918

1918
Zusammenbruch der Donaumonarchie

Beitrag erstellt von Erwin Prillinger.