Alle Beiträge von Antonia Gantner

Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018

Ansichtskarte mit Soldaten
Ansichtskarte mit Soldaten

Wie bereits angekündigt, wird der Museumsverein die ersten 40 Jahre des vergangenen Jahrhunderts (1900 bis 1938) in Marchtrenk aufarbeiten und die Ergebnisse in einer großen Ausstellung im Full Haus (Volkshaus) präsentieren. Die Ausstellung dauert vom 19.10. (= feierliche Eröffnung) bis zum 28.10.2018. Diese Ausstellung wird vor allem an das riesige k. u. k. Kriegsgefangenenlager erinnern. Was folgte nach dem Zerfall der Monarchie und dem Beginn der Ersten Republik, wie wirkte sich die wirtschaftliche Notlage aus, wie war die politische Entwicklung? Neben einem allgemeinen Bezug auf die Geschichte von Österreich und Oberösterreich steht stets das damalige Dorf Marchtrenk im Mittelpunkt!     

Erbauung der 1. Traunbrücke vor 125 Jahren – Ankündigung Brückenfest

Postkarte
Eine Postkarte mit der Holzbrücke

Im Jahr 1892 wurde der „Verein zur Erbauung und Erhaltung einer Brücke über den  Traunfluss zwischen Marchtrenk und Weiskirchen“ (Originaltext!) auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Ernst Becker gegründet. Interessant ist die Begründung: „…dahin zu wirken die Bewohner des rechten Traunufers  durch Herstellung einer ordentlichen  und nahen Verbindung  mit der Eisenbahn concurrenzfähig zu machen, diese gänzlich abgeschnittene Gegend in den allgemeinen Verkehr einzubeziehen, …“. Bis zur Eröffnung der Holzbrücke am 11. Mai 1893 musste der Traunfluss mit einer Fähre überqueret werden. Diese war auf der Höhe des Gasthauses Ufermann. Zur Erhaltung der Brücke wurde eine Maut eingehoben. Es bedurfte daher auch eines Mauthauses. 1920 ging die Brücke in das Eigentum des Landes Oberösterreich über, 1945 wurde ein Teil gesprengt und 1952 gab es eine neue Brücke, eine Stahlkonstruktion die auf Granitpfeilern aufgesetzt wurde.

Mit einem „Brückenfest“ rund um das Mauthaus wollen wir am 23. Juni 2018 an dieses für Marchtrenk und die Nachbargemeinde Weißkirchen so wichtige Ereignis erinnern.

Was blieb vom Lager?

Wasserturm 1916
Wasserturm 1916

Eine interessante Frage wird unter anderem sein, was außer dem Wasserturm und dem Kriegerfriedhof von diesem Lager („Die schwarze Stadt“ mit 35.000 Kriegsgefangenen)  an baulichen Resten und Gegenständen vorhanden ist. Es gibt zum Beispiel einen Originalbrunnen zu einer früheren Offiziersbaracke, einen Keller, verschiedene Kleinfunde, etc. Wir ersuchen alle Marchtrenker uns zu helfen beim Finden von baulichen Resten, Fotos, Dokumenten, usw., damit wir dies festhalten können. Werden sie zum (Hobby-)Archäologen der Stadtgeschichte!

Dank an Karin Cernich

Mit dem Beitritt von Karin Cernich und ihrem Ehemann haben wir nunmehr 200 Mitglieder im Museumsverein. Es ist ein großer Glücksfall, dass Frau Cernich in einem Kurs Kurrent schreiben und lesen gelernt hat. So ist es jetzt möglich, dass Briefe, Dokumente, Gemeinderatsprotokolle, etc. uns endlich erschlossen werden. Danke Karin!

Karin Cernich
Karin Cernich

AUSSTELLUNG „40 Jahre Volkshaus, 1 Jahr Full Haus“

Ausstellung
Ausstellung “40 Jahre Volkshaus, 1 Jahr Full Haus”

Nach Durchsicht von vielen 1.000 Seiten der letzten 40 Jahrgänge der „Marchtrenker Gemeindezeitung“ haben Ausstellungsgestalter Reinhard Gantner und weitere Mitglieder des Museumsvereins eine sehr farbige und interessante Ausstellung zu diesem Thema bzw. zur Kultur und dem gesellschaftlichen Leben unseres Ortes gestaltet. Zu danken ist vielen Vereinen und Schulen, die viele interessante Fotos, Chroniken, etc. zur Verfügung gestellt haben. Besonders hervorzuheben sind Wolfgang Göschl und seine Gattin, die die 1. Marchtrenker Faschingsgilde auf sieben großen Tafeln zeigen.

Die Ausstellung wird etappenweise im Foyer des Stadtamtes gezeigt bzw. wird sie in 1 – 2 Monaten im Internet (www.ooegeschichte.at) abrufbar sein.

AUSFLUG DES MUSEUMSVEREINS NACH EGGENBURG

Ausflug
Mit einem vollen Bus und in bester Stimmung fuhren wir in das mittelalterliche Städtchen Eggenburg im Waldviertel. Unser Ziel war das Museum „Nostalgiewelt“ in welchem – an Hand vieler Oldtimer, Musikboxen, Kinoprogrammen und Raritäten – das Lebensgefühl der Wirtschaftswunderzeit – und für viele Teilnehmer die eigene Jugend – erlebbar war. Weiteres besuchten wir die Kirchen von Rauchenödt und vom Stift Altenburg, sowie die „Amethystwelt“ in Maissau. Bei einem Heurigen in Engabrunn fand die Reise ihren kulinarischen Abschluss.

LANDSMANNSCHAFT DER DONAUSCHWABEN

Anlässlich der Diamantenen Hochzeit von Hilde und Franz Braun in der Eiselsbergstraße in Marchtrenk war selbstverständlich auch Bürgermeister Paul Mahr eingeladen. Die Lebensgeschichte, die Flucht aus der Batschka und der Zuzug nach Marchtrenk wurden ihm von Frau Braun sehr lebhaft erzählt. Er veranlasste Reinhard Gantner, Obmann des Museumsvereins, ein ausführliches Zeitzeugengespräch zu führen, das hier nur verkürzt wiedergegeben werden kann.

Frau Braun wurde 1938 als Tochter eines Huf- und Wagenschmids und einer Bäuerin in Podravska Slatina, Slawonien, geboren. Nachdem Tito 1945 erklärte, dass Jugoslawien nicht die Heimat der Volksdeutschen sei und sie für „vogelfrei“ erklärte, mussten sie flüchten oder wurden grausam vertrieben. Die Mutter von Hilde fuhr mit drei Töchtern in einem Viehwaggon nach Zwickaus. Der Vater folgte erst später in einem Pferdetreck nach. Getroffen hat sich die Familie Ende 1944 in Hartkirchen in OÖ. Dort lebten sie zusammen mit zwei weiteren Familien auf engstem Raum. Als Kind durfte Frau Hilde zunächst nicht die Allgemeine Volksschule besuchen, dies wurde ihr erst ab 1947 erlaubt. Noch heute schwingt in ihrer Erzählung eine gewisse Verbitterung über die Aufnahme in Oberösterreich mit. Man wird an das Schicksal von Flüchtlingen in der heutigen Zeit erinnert, Parallelen sind erkennbar.

Da der Baugrund in Marchtrenk sehr günstig war (4,- Schilling pro m2) zogen sieben Familien aus ihrer Heimatstadt nach Marchtrenk. 1956 war Frau Braun die erste Mitarbeiterin der Firma Ritz-Messwandler GmbH  in Marchtrenk, wo sie 30 Jahre lang arbeitete. Im selben Jahr lernte sie ihren Gatten – einen Heimatvertriebenen aus Rumänien – an einem Volkstanz-Abend beim „Kellerwirt“ kennen; sie bekamen zwei Söhne. Sehr gerne erinnert sich Frau Braun  an den engen Zusammenhalt in den ersten Jahren in Marchtrenk. Man hat sich gegenseitig beim Hausbau geholfen, lebte nach dem Baubeginn in einer Holzhütte oder gar im Keller des Rohbaues. Ein Garten, Hühner und ein Schwein machten sie fast zu Selbstversorgern. Nur wenig wurde im Kaufhaus Wiesinger und in der Bäckerei Martetschläger eingekauft. Erst durch den Schulbesuch der Söhne und durch ihren evangelischen Glauben begann die Integration im Ort.

Heute sind sie Urgroßeltern. Frau Braun pflegt neben ihrem Mann auch den großen Garten „Eden“.

//März 2017//

Das Marchtrenk Museum ist elektronisch bestens aufgestellt

Die Basis eines jeden Museums ist die Sammlung. Neben der sorgfältigen Aufbewahrung der Museumsstücke ist es auch notwendig den Bestand zu dokumentieren. Während man in vielen „alten“ Museen umständlich Karteikästen durchsuchen muss, sind wir vom Marchtrenk Museum in der glücklichen Lage von Anfang an ein EDV-gestütztes Archivsystem zu haben.

Wir verwenden dazu eine vom Verband Oberösterreichischer Museen, gemeinsam mit dem Land OÖ erstellte Inventarisierungssoftware mit dem Namen „Museumskollektor“ (MUKO). Diese Software ermöglicht unserer Kustodin Frau Mag. Dr. Giuliani die wachsenden Bestände in vorbildlicher Weise zu verwalten und zu dokumentieren. 

Neben der Sammlung hat jedes moderne Museum auch eine „virtuelle Außenstelle“ im Internet. Bereits seit einigen Tagen ist die Ausstellung „Nach dem Krieg. Marchtrenk 1945 -1955“ im Internet verfügbar. Es besteht die Möglichkeit diese sehr erfolgreiche – aber leider zu kurze – Ausstellung nachzulesen. Der Museumsverein bedankt sich bei Frau Mag. Elisabeth Kreuzwieser vom Verbund Oö. Museen für die Übertragung der Ausstellung in das Internet. 

Ausstellungseröffnung "Marchtrenk 1945 -1955"
Ausstellungseröffnung “Marchtrenk 1945 -1955”

Große Bedeutung kommt dem – in wenigen Wochen – verfügbare Online-Archiv Topothek“ zu. Mit diesem Archiv können wir ihnen alte Bilder, Ansichtskarten und Dokumente aus und über Marchtrenk präsentieren. Damit können sie nach Bildern suchen um sie zu betrachten.

Hier sind wir, wie so oft, auf ihre Hilfe angewiesen: Wenn auch sie Bilder von Marchtrenk und Marchtrenkern haben, stellen sie uns diese bitte zur Verfügung. Die Bilder werden von uns digitalisiert und anschließend wieder zurückgegeben. Wichtig ist, dass sie uns alle Urheberrechte einräumen. Eine eventuelle Veröffentlichung erfolgt nur in Absprache mit ihnen. Wenn sie die Originalfotos uns überlassen, werden sie fachgerecht archiviert und stehen zur Erforschung der Marchtrenker Geschichte – für alle Zeiten – zur Verfügung. Sehr schön wäre es,  wenn sie uns Erklärungen zu den einzelnen Fotos geben könnten.

Die Links zu den bereits verfügbaren Angeboten des Marchtrenker Museumsvereins finden sie auf dessen Homepage unter http/www.museumsverein-marchtrenk.at. Dort gibt es auch zahlreiche Beiträge von DI Erwin Prillinger zur Ortsgeschichte. Auch die laufenden Aktivitäten des Vereins (Ausstellungsbesuche, Veranstaltungen, etc.) sind dank der engagierten Mitarbeit von Wolfgang Reder stets nachzulesen. Ein Blick in das Internet lohnt sich also immer!

//März 2017//

Wir brauchen Ihre Hilfe!

Von Frau Helga Brunschütz erhielten wir zahlreiche – teilweise sehr alte – Urkunden,  die sich hauptsächlich auf den früheren Gasthof Pölzl beziehen. Herr Otto Würtinger hat uns schon vor längerem eine große Zahl von Feldpostbriefen übergeben. Es ist für jeden historisch interessierten Marchtrenker wichtig, dass diese Dokumente für die Nachwelt nicht nur erhalten, sondern auch lesbar gemacht werden.

Diese historischen Unterlagen sind durchwegs in KURRENT geschrieben. Wir suchen nun Marchtrenkerinnen und Marchtrenker, die diese Schrift gelernt haben, beherrschen und einen Teil transkribieren und auf dem Computer schreiben helfen.

Der Marchtrenker Dr. Gerald Mülleder, der in Wien lebt und  als Volksschuldirektor arbeitet, hat uns zwei Bücher übergeben, worin an Hand von Schriftbeispielen Handschriften des 15. bis 20. Jahrhundert gelesen werden können. Weiteres haben wir auch ein Lehrbuch des Oberösterreichischen Landesarchivs. Es ist dies sicherlich eine herausfordernde Tätigkeit, die aber auch Überraschendes zur Marchtrenker Geschichte bringen wird. Bitte rufen sie den Obmann des Museumsvereins, Reinhard Gantner, unter der Tel.Nr. 0664/4110999, an. Danke!

Altes Gerät
Wozu wurde dieses bäuerliche Gerät verwendet?

Von Herrn Harald Baumberger, wurden uns zwei interessante Gegenstände übergeben. Ihr Verwendungszweck ist uns unbekannt. Vermutlich handelt es sich um landwirtschaftliche Geräte. Wer uns an Hand des Fotos weiterhelfen kann, den ersuchen wir ebenfalls um einen Anruf.

//Jänner 2017//

Die gute Nachricht: Das Team wird stärker

Mag. Dr. Anita Giuliani

Frau Mag. Dr. Anita Giuliani hat Archäologie, Alte Geschichte und Altertumskunde in Salzburg studiert. Sie arbeitet beim Museum der Stadt Wels mit. Ausgrabungen und die Betreuung wissenschaftlicher Projekte führten sie auch ins Ausland. Über Ersuchen des Museumsvereins-Obmann hat sie die Ausbildung zur Museumskustodin begonnen und zwischenzeitig erfolgreich abgeschlossen. Nunmehr arbeitet sie – vorerst in kleinerem Rahmen – für das Marchtrenk Museum. Wir freuen uns, dass Frau Dr. Giuliani neue Ideen und neuen Schwung mitbringt.   

Im Arbeitskreis des Museumsvereins arbeiten 15 bis 20 Marchtrenker mit. Wir treffen uns einmal im Monat im Gasthof Roihtmaier. Jeder kann hier sein Wissen, seine Sammelleidenschaft und seine Fähigkeiten einbringen. Wir freuen uns über jede helfende Hand. Öffentlich bedanken möchte ich mich bei Edgar Oelschlägel, der heuer schon mehrere Berichte über unseren Verein für das Regionalfernsehen MTW gedreht hat. Mit Wolfgang Reder haben wir einen exzellenten Informatiker der regelmäßig die Home-page wartet. Schauen sie einmal rein! 

A U F R U F !

Ein sogenanntes „Heimathaus“ wird von Museumsfachleuten und den Beamten der Kulturabteilung des Landes OÖ. kritisch betrachtet. Der Schwerpunkt des geplanten Marchtrenk Museums wird deshalb die Ortsgeschichte im 20. Jahrhundert sein. Hier gibt es noch Unterlagen und Zeitzeugengespräche sind möglich. Es soll die Entwicklung vom „kleinen Nesterl auf der Welser Heide“ (Textzeile aus dem Marchtrenk-Lied) zu einer modernen, rasch wachsenden Gemeinde dokumentiert werden. Selbstverständlich wird auch auf die vorangegangenen Jahrtausende und Jahrhunderte einzugehen sein, doch sind die Schätze aus dieser Zeit in den Museen in Wels und Linz.

//Oktober 2016//